Kretschmer: Mehr Bundeswehrstandorte in den Osten verlagern

Dresden (dts Nachrichtenagentur) – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Verlagerung von Bundeswehrstandorten in die neuen Länder vorgeschlagen. Damit könnten wirtschaftliche Einbußen im Zuge geplanter Stilllegungen der Braunkohlereviere kompensiert werden, sagte Kretschmer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochsausgabe). „Ein oder zwei neue Bataillone wären die wirtschaftliche Lösung für eine Kleinstadt wie Weißwasser oder Spremberg.“

Er lese, dass die Bundeswehr im Westen neue Standorte aufmache und alte ausbaue, so Kretschmer. Ein größerer Anteil deutscher Soldaten komme aber aus den neuen Ländern: „Wäre es dann nicht auch richtig, dass sich die Bundeswehr dort stärker engagiert?“ Im Rahmen der nötigten „Aufwertungsinitiative“ ostdeutscher Standorte müsse der Staat Forschungseinrichtungen ansiedeln und Behörden an neuen Standorten gründen. Konkret verlangte Kretschmer: „Der Bund sollte in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier je 1.000 Arbeitsplätze schaffen.“ Einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle sehe er nicht. „Wenn wir es klug angehen, dann bleiben uns noch 20 Jahre, um etwas Neues aufzubauen und uns schrittweise von der Braunkohle zu verabschieden.“ Er zweifle im Übrigen daran, „ob das eine gute Idee ist“. Denn für eine sichere Stromversorgung müssten neue Gaskraftwerke gebaut werden, der Klimabilanz tue das angesichts der Förderbedingungen und langer Gastransportwege auch nicht gut.

Bundeswehr-Soldaten, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundeswehr-Soldaten, über dts Nachrichtenagentur