Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Medikamente1Heuschnupfen, der erste dicke Sonnenbrand oder ein Zeckenbiss – auch im Sommer gibt es viele Gründe, zum Arzt zu gehen. Die Kosten für die Medikamente müssen viele Steuerzahler aus eigener Tasche begleichen. Kommt dann im Laufe des Jahres noch eine neue Brille oder Zahnersatz hinzu, gehen die Ausgaben für die Gesundheit schnell in die Höhe. Ein Trostpflaster: Die Kosten können steuerlich berücksichtigt werden. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW empfiehlt deshalb, alle Belege zu sammeln und bietet einen kostenloser Ratgeber mit vielen weiteren Tipps zu diesem Thema an, der unter der Rufnummer 0211/99 175-42 bestellt werden kann.

Krankheitskosten berücksichtigt das Finanzamt, wenn ein bestimmter Betrag, die so genannte zumutbare Eigenbelastung, überschritten wird. Sie richtet sich nach der Höhe der Einkünfte, dem Familienstand und der Zahl der Kinder. Eine Ehepaar mit zwei Kindern hat bei Einkünften von 40.000 Euro z.B. eine zumutbare Eigenbelastung von 1.200 Euro (3% der gesamten Einkünfte). Kosten, die diese Grenze übersteigen, werden steuermindernd berücksichtigt. Zu den Krankheitskosten zählen z.B. Zuzahlungen zu Medikamenten, Zahnersatz, Brillen, Kuren oder orthopädische Hilfsmittel. Das Finanzamt akzeptiert die Kosten nur, wenn eine ärztliche Verordnung vorlag und der Steuerzahler die Ausgaben belegen kann. Deshalb ist es wichtig, die Quittungen aufzubewahren.

Die zumutbare Eigenbelastung ist rechtlich umstritten. Aktuell sind verschiedene Klagen vor dem Bundesfinanzhof anhängig, in denen die Kläger die Auffassung vertreten, dass Krankheitskosten vollständig als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden müssten. Der BdSt NRW empfiehlt daher, alle Krankheitskosten in der Einkommensteuererklärung anzugeben – auch, wenn die zumutbare Eigenbelastung nicht überschritten wird. Die Steuerbescheide bleiben in diesem Bereich automatisch offen und können problemlos vom Finanzamt korrigiert werden, wenn der Bundesfinanzhof entsprechend steuerzahlerfreundlich entschieden hat. Da es einen Vorläufigkeitsvermerk gegeben hat, müssen die Steuerzahler keinen Einspruch einlegen.

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