Kommunen fordern mehr Engagement für ländliche Gebiete

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hat die Politik dazu aufgerufen, sich mehr für die ländlichen Regionen in Deutschland zu engagieren. Deutschland gehe es zurzeit zwar „besonders gut“, sagte Landsberg dem „Handelsblatt“. Es gebe aber ländliche Räume, „in denen sich die Menschen abgehängt fühlen und darauf mit Enttäuschung und teilweise extremistischen Haltungen reagieren“, fügte er mit Blick auf ein mögliches Erstarken der AfD bei den Landtagswahlen im Osten hinzu.

Landsberg rief vor diesem Hintergrund die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ zum Handeln auf. In dem Gremium mit Vertretern aus Bund, Ländern und Kommunen, müssten „langfristige und nachhaltige Lösungen entwickelt und finanziert werden“, sagte er. Das gehe nicht kurzfristig, sondern nur langfristig. „Für die Überwindung von Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft ist es allerdings unverzichtbar.“ Landsberg zeigte Verständnis für den Unmut vieler Bürger in den vermeintlich strukturschwachen Regionen. „Sie lesen in der Zeitung von den boomenden Metropolen, von der erfolgreichen deutschen Wirtschaft und von Steuerüberschüssen“, sagte er. „Bei ihnen vor Ort aber fährt der Bus vielleicht nur einmal am Tag, die Landarztpraxis wird demnächst schließen, das Kultur- und Freizeitangebot ist immer weiter ausgedünnt worden, und auf ein leistungsfähiges Breitbandnetz warten sie schon lange Zeit.“ Teilweise gebe es sogar Mobilfunklöcher, sodass selbst eine Kommunikation über Handy erschwert sei. „Das alles widerspricht dem Auftrag des Grundgesetzes, der Bund und Länder verpflichtet, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland zu organisieren“, sagte der Städtebund-Chef.

Bauer auf Traktor, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bauer auf Traktor, über dts Nachrichtenagentur