Klinikum Memmingen – Neun Teilnehmer schließen Weiterbildung zur Operationsfachkraft erfolgreich ab

Jubel nach bestandener Prüfung bei den Teilnehmern der OP-Fachweiterbildung am Klinikum Memmingen (Mitte). Mit den neun Absolventen freuen sich die Prüfer Professor Dr. Christian Schinkel (rechts), Dolores Caso (daneben), Oberarzt Dr. Daniel Krampulz (links) und Oberarzt Dr. Jan-Elias Lanki (daneben). Foto: Klinikum Memmingen

Jubel nach bestandener Prüfung bei den Teilnehmern der OP-Fachweiterbildung am Klinikum Memmingen (Mitte). Mit den neun Absolventen freuen sich die Prüfer Professor Dr. Christian Schinkel (rechts), Dolores Caso (daneben), Oberarzt Dr. Daniel Krampulz (links) und Oberarzt Dr. Jan-Elias Lanki (daneben).
Foto: Klinikum Memmingen

Zwei Jahre lang mussten sie neben dem normalen Klinikarbeitsalltag die Schulbank drücken und dabei die Anatomie des menschlichen Körpers lernen, Instrumentenkunde pauken sowie die strengen Hygienerichtlinien in einem Operationssaal: Die neun erfolgreichen Teilnehmer der OP-Fachweiterbildung am Klinikum Memmingen. Denn wer sich Operationsfachkraft nennen möchte, hat zusätzlich zum regulären Krankenhausdienst 720 Stunden Theorie und 2400 Stunden Praxis zu leisten.

Die berufsbegleitende Weiterbildung zur OP-Fachkraft macht Krankenpflegemitarbeiter mit den vielfältigen Aufgaben im Operationsdienst vertraut:

Welche Maßnahmen führe ich an einem Patienten vor einer Operation durch? Wie bereite ich den Operationssaal mit den vielfältigen Instrumenten, Materialien und Geräten auf einen chirurgischen Eingriff vor? Wie instrumentiere ich während einer Operation fach- und sachkundig? Wie setze ich hygienische Vorschriften richtig um?

Um diese Fragen zu klären und weitere Themenbereiche zu verinnerlichen, wurden die neun Kursteilnehmer 24 Monate in 720 Theoriestunden geschult. Dazu absolvierten sie 2400 praktische Stunden unter fachkundiger Anleitung – unter anderem in der Allgemein- und der Unfallchirurgie, in der Gynäkologie, der Endoskopie, im Anästhesiedienst und im Sterilisationsbereich.

Daneben mussten die angehenden OP-Fachkräfte, die aus verschiedenen Krankenhäusern der Region zur Weiterbildung ans Klinikum Memmingen gekommen waren, Facharbeiten schreiben über die Patientensicherheit in einem Operationssaal, über Kontrollvorschriften bei der Benutzung von OP-Besteck sowie über die Bewegungslehre „Kinästhetik“, mit deren Hilfe man auch schwere Patienten ohne großen Kräfteaufwand mobilisieren kann.

„OP-Fachkräfte sind sehr begehrt und oft Mangelware an den Kliniken“, bestätigten die Kursleiter Professor Dr. Christian Schinkel als ärztlicher Weiterbildungsleiter und die pflegerische Weiterbildungsleiterin Dolores Caso.

Dabei ist die Arbeit im Operationssaal alles andere als einfach, wie die Absolventen im Alter von Mitte 20 bis Mitte 40 einstimmig betonten: „Man muss stundenlang stehen, ist oft unter höchster Konzentration und Anspannung und man kann nicht einfach mal zwischendurch zur Toilette gehen.“

Hinzukommt, dass die Arbeit mit laparoskopischen Instrumenten, wie man sie beispielsweise für eine Bauchspiegelung verwendet, hohe Anstrengung erfordert und das Vernähen von Operationswunden großes Fingerspitzengefühl.

Bevor die neun Absolventen in Kürze wieder in ihre grünen OP-Schürzen schlüpfen werden, fahren sie jetzt – nach den Strapazen aus mündlicher, schriftlicher und praktische Prüfung – zur Erholung auf Abschlussfahrt nach Wien.

Die neun Kursteilnehmern kommen aus dem Klinikum Memmingen (Yvonne Fichtl und Christine Holdschick), von den Unterallgäuer Kreiskliniken (Eva Schwarz), vom Klinikum Kempten (Jana Maurus), dem Klinikum Kaufbeuren (Carolin Geister), dem Klinikum in Landsberg (Laura Schindlbeck), der Kreisklinik Krumbach (Christoph Seitzer), der St. Vinzenz Klinik in Pfronten (Simon Erd) und dem Dr. Otto Gessler-Krankenhaus in Lindenberg (Vanessa Kunert).

Die Fachweiterbildungsstätte am Klinikum Memmingen besitzt die Anerkennung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

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