Klinikum Memmingen – Dank Schlauchmagen purzeln die Pfunde

Der Adipositasexperte am Klinikum Memmingen, Dr. Heinz Krautwurst (links), zeigt seiner Patientin Karin Bartenschlager, mit welcher Methode er ihren Magen verkleinert hat. Zu diesem Zeitpunkt hat die 27-Jährige bereits 30 Kilogramm abgenommen.  Foto: Häfele - Klinikum Memmingen

Der Adipositasexperte am Klinikum Memmingen, Dr. Heinz Krautwurst (links), zeigt seiner Patientin Karin Bartenschlager, mit welcher Methode er ihren Magen verkleinert hat. Zu diesem Zeitpunkt hat die 27-Jährige bereits 30 Kilogramm abgenommen.
Foto: Häfele – Klinikum Memmingen

Karin Bartenschlager hat bereits 35 Diäten hinter sich. Mit dem Ergebnis, dass sie immer noch dicker wurde. Um ihr gesundheitsgefährdendes Körpergewicht von 120 Kilogramm bei einer Größe von 1,66 Metern loszuwerden, verkleinerte der Adipositasexperte am Klinikum Memmingen, Dr. Heinz Krautwurst, den Magen der 27-Jährigen chirurgisch. Heute, drei Monate nach der Operation, hat sie bereits 30 Kilogramm abgenommen.

Die Körperwaage in der Adipositassprechstunde von Dr. Heinz Krautwurst ist auf 350 Kilogramm ausgelegt und so konzipiert, dass die Patienten trotz ihrer oft erheblichen Bauchfülle noch selbstständig die Gewichtsanzeige ablesen können. Ein speziell angefertigter, übergroßer Stuhl verhindert, dass die Übergewichtigen beim Aufstehen darin stecken bleiben.

„Das ist alles schon passiert“, erzählt Dr. Heinz Krautwurst, der sich auf die Behandlung von krankhaft Übergewichtigen spezialisiert hat – sogenannten Adipositaspatienten (siehe Infokasten).

„Ich habe immer gedacht, ich wiege nur 100 Kilogramm, weil meine Waage nicht mehr angezeigt hat“, erzählt Krautwursts Patientin Karin Bartenschlager, die heute über das Gesagte lachen kann. „In Wirklichkeit war es aber so, dass die Körperwaage auf mein Gewicht nicht ausgelegt war.“

In Wahrheit wog die Adipositaspatientin über 20 Kilogramm mehr. Mit diesem Ausgangsgewicht stellte sich die 27-Jährige in der Sprechstunde von Dr. Heinz Krautwurst vor, der ihren Magen später in einer sogenannten Schlauchmagenoperation um ein Vielfaches verkleinerte. Seitdem isst Karin Bartenschlager nur noch ein Zehntel ihrer bisherigen Portionen.

„Morgens Müsli aus einer Kaffeetasse und mittags eine halbe Handvoll Pasta“, beschreibt Karin Bartenschlager ihre jetzigen Portionen. „Denn das Sättigungsgefühl tritt unglaublich schnell ein und ich verspüre keinen Hunger mehr.“

Die Folge: „Heute, drei Monate nach der Operation, wiege ich bereits 30 Kilogramm weniger,“ berichtet die 27-Jährige strahlend.

Allerdings war die Memmingerin nicht immer so gut drauf. Zwei Wochen nach dem Eingriff kam es zu Komplikationen. Die Klammernaht war an einer sensiblen Stelle aufgebrochen und Karin Bartenschlager musste erneut operiert werden.

„Vermutlich riss die noch frische Naht, als sich Frau Bartenschlager wenige Tage nach dem Eingriff beim Schlucken von Medikamenten übergeben musste“, schildert Oberarzt Krautwurst. „Denn beim Erbrechen wird großer Druck auf den Magen ausgelöst.“ Die Komplikationen konnten aber schnell behoben werden und Patientin Bartenschlager betont: „Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt.“

Durch den Schlauchmagen wird die 27-Jährige rund 70 Prozent ihres Übergewichts verlieren, erklärt Oberarzt Krautwurst – das sind umgerechnet rund 40 Kilogramm: „Erfahrungsgemäß wird sich ihr Körpergewicht also bei circa 80 Kilogramm einpendeln. Wem das zu viel erscheint, dem sei gesagt: Hier geht es nicht um eine Schönheitsoperation, sondern um die Vermeidung von Folgeerkrankungen, die mit dem Übergewicht einhergehen können, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Gelenksbeschwerden“, betont der Arzt.

Genauso sieht es seine Patientin: „Adipositas ist eine Krankheit. Ich habe mich nicht unters Messer gelegt, um einfach nur schlank zu werden. Sondern die Operation war eine Hilfestellung zur Bewältigung meines krankhaften Übergewichts.“

 


 

Wortweiser Adipositas:

Bei der Adipositas beziehungsweise Fettleibigkeit handelt es sich um eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht, die durch eine über das normale Maß hinausgehende Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist.


 

 

Mittlerweile passen Adipositaspatientin Karin Bartenschlager und ihr behandelnder Arzt Dr. Heinz Krautwurst zu Zweit in den speziell für Übergewichtige angefertigten Sitz im Sprechstundenzimmer. Auf dem Bild hat die 27-Jährige bereits 30 Kilogramm ihres Ausgangsgewichts verloren.

Anzeige