Kipping hält Rot-Rot-Grün 2017 für unrealistisch

Linke auf Stimmzettel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Linke auf Stimmzettel, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Linksparteichefin Katja Kipping sieht kaum Chancen für eine Regierungskoalition mit SPD und Grünen nach der nächsten Bundestagswahl 2017. „Ein rot-rot-grünes Bündnis ist nicht auszuschließen, aber nicht die realistischste aller Möglichkeiten“, sagte Kipping der „Welt am Sonntag“. Bei Sozialdemokraten und Grünen gebe es nicht die von den Linken erhoffte Bereitschaft, in der Frage der Umverteilung von Reich zu Arm und von Privat zu Öffentlich tatsächlich zu handeln. „Wir hatten bisher gedacht, auch die zwei Parteien wollen da etwas ändern“, sagte Kipping.

Im Bundestagswahlkampf 2013 seien SPD und Grüne noch als „die großen Umverteiler“ aufgetreten. „Jetzt wollen sie davon nichts mehr wissen“, kritisierte die Linken-Politikerin. „Die SPD ist eine Gerechtigkeitssimulantin.“ Den Grünen warf Kipping Orientierungslosigkeit vor. Die Annäherungsversuche mancher Grünen-Politiker an die CDU zeigten, dass die Grünen „inhaltlich richtungslos“ seien. „Da will der Parteichef Schwarz-Grün, die Parteichefin Rot-Rot-Grün“, bemängelte Kipping. „Aber man kann schon sagen: Auch in meiner Partei ist die Abenteuerlust unterschiedlich stark ausgeprägt, es mit Rot-Rot-Grün im Bund zu versuchen.“

Über dts Nachrichtenagentur

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