Kaufbeuren – Über 2 Mio. Euro Schaden – Polnische Bande aufgedeckt

Lkrs. Oberallgäu/Ostallgäu-Kaufbeuren + 28.01.2013 + 13-0168

Eine Serie von Geländefahrzeugdiebstählen zum Nachteil eines Autohauses mit Filialen in Oy und Buchloe, Lkrs. Ostallgäu, konnte nun durch die Kripo Kempten aufgeklärt werden.

28-01-2013 warenlager polnische-diebesbande pp-schwaben-sued-west new-facts-euBei den Einbrüchen in den Nächten vom 19./20.01.2012, 25./26.02.2012 sowie 25./27.05.2012 waren insgesamt neun Fahrzeuge im Wert von etwa 170.000 Euro entwendet worden. Hierzu hatten die Täter die Schlüsseltresore aufgebrochen und, um mit der Beute unbehelligt flüchten zu können, Autokennzeichen von Kundenfahrzeugen entwendet und an die Geländefahrzeuge montiert. Die Spur der Ermittlungen führte die Allgäuer Kriminalbeamten nach Polen.
Dort wurden in enger Zusammenarbeit der bayerischen Ermittler mit den in weiteren Fällen ebenfalls ermittelnden Kriminalbeamten aus Baden-Württemberg durch die polnische Polizei im Raum Krakau insgesamt 16 tatverdächtige Personen festgenommen. Im Rahmen der Festnahme- und Durchsuchungsaktionen in Polen wurden zahlreiche Fahrzeugteile und entwendete Pkw sichergestellt. Nach aktuellem Sachstand werden der Gruppierung seit dem Jahr 2009 insgesamt 50 Beutezüge zugeordnet, bei denen die Bandenmitglieder in wechselnder Besetzung insgesamt 58 hochwertige Pkw im Gesamtwert von über zwei Millionen Euro in ganz Bayern sowie Baden Württemberg entwendeten und nach Polen transportierten. Im Zuge dieser Ermittlungen konnte auch noch ein Diebstahl von drei Mercedes Geländefahrzeugen eines Kaufbeurener Autohauses vom Juli 2009 aufgeklärt werden.

Beim Kopf der Bande handelt es sich um einen 68-jährigen Polnischen Staatsangehörigen mit erheblicher krimineller Vergangenheit, die ihm bisher fast 30 Jahre Haft einbrachte. Dieser war, wie sich nun herausstellte, meist selbst an den Tatorten anwesend und konnte im Februar 2012 nur knapp in die Tschechei entkommen. Damals wollten Schleierfahnder der Polizeiinspektion Fahndung Waidhaus drei fahrende Fahrzeuge kurz vor der Ausreise nach Tschechien einer Kontrolle unterziehen. Hierbei kam es zu einer Verfolgungsfahrt über die Landesgrenze in tschechisches Hoheitsgebiet. Nachdem dem ersten Fahrzeug durch die Schleierfahnder ein Anhaltesignal gegeben worden war, flüchtete dieses Fahrzeug weiter Richtung Tschechien. Dort verlies es die Autobahn und setzte seine Flucht zunächst auf einer Landstrasse und später über unbefestigte Wiesen fort. Aufgrund des Geländes musste die Verfolgung abgebrochen werden. Die beiden anderen Fahrzeuge konnten noch auf deutschem Hoheitsgebiet verlassen am Fahrbahnrand abgestellt aufgefunden und sichergestellt werden.
Die bei den Einbrüchen erbeuteten Pkw wurden von den Bandenmitgliedern zum Großteil fachmännisch zerlegt und in Einzelteilen über ein gut organisiertes Hehlernetz in Polen, der Slowakei und der Ukraine weiter verkauft. Im Rahmen der Strafverfolgung stehen die Staatsanwaltschaft Kempten und die Justizbehörden in Polen in unmittelbarem engen Kontakt.

Foto: Polizeipräsidium Schwaben-Süd/West

 

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