Kaufbeuren – Nicht alle Menschen freuten sich auf Dr. Thilo Sarrazin

Lkrs. Ostallgäu/Kaufbeuren | 01.12.2011 | 11-1542

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Am 1. Dezember war der äußerst umstrittene ehemalige Berliner Finanzsenator Dr. Thilo Sarrazin als Referent in der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren geladen. Innerhalb des Kaufbeurer Dialogs wollte er über  Europa und über seine Integrationsthesen diskutieren. Dr. Sarrazin hat mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Diskussion in Deutschland entfacht, die an medialer Aufmerksamkeit kaum zu übertreffen war. Seine umstrittenen Äußerungen wurden von Dr. Sarrazin präsent und über Monate geführt. Im Heute betrachtet hat diese polarisierende Meinungsbildung auch dazu geführt, dass Dr. Sarrazin als Held der rechten Kreise gefeiert wird – als derjenige, der das ausspricht, was viele denken.

Olaf Köster, Kreisvorsitzender der GRÜNEN Ostallgäu/Kaufbeuren: „Warum heftet sich im Heute jemand Sarrazin an die Brust, dessen Thesen mühelos in eine rechte Ecke zu interpretieren sind und auch von dort interpretiert werden? Sollten wir nicht lieber Menschen laden, die eine tolerante, offene und zukunftsorientierte Perspektive präsentieren können? Integration ist ein wichtiges Thema und es muss diskutiert werden, aber mit Personen, die ausländischen Mitbürgern ohne ethnische Vorurteile entgegentreten können. Jede andere Position wird uns nicht in eine bessere Zukunft führen.“

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Über 50 Personen, vor allem Jugendliche, haben am Eingang des Luftwaffen Standortes friedlich gegen den Auftritt von Dr. Sarrazin demonstriert. Organisiert wurde die Mahnwache  von der GRÜNEN Jugend in Kaufbeuren, mit dem Gedenken an die Opfer rechtsextremer Gewalt. Sprecherin Julia Keck: „Eine öffentliche Meinungsbildung für Toleranz und gegen fremdenfeindliche Thesen ist heute unverzichtbar, da wir in der aktuellen Situation der „Döner-Morde“ sehen, wohin es führt, wenn wir auf dem „rechten Auge“ blind sind.“

Dr. Ulla Schuster, Olaf Köster, Vorstand der GRÜNEN Ostallgäu/Kaufbeuren

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