Kauder sieht deutsche Waffenlieferungen in den Irak skeptisch

Volker Kauder, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Volker Kauder, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, hat sich hinsichtlich deutscher Waffenlieferungen in den Irak skeptisch geäußert. „Wir müssen vor allem humanitäre und logistische Hilfe leisten“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Wegen unserer Exportrichtlinien sind wir in der Lieferung von Rüstungsgütern beschränkt.“

Es sei auch die Frage, ob den Kurden mit deutschen Waffensystemen überhaupt gedient wäre, „da sie mehr an amerikanischen und osteuropäischen Systemen geschult sind“. Die Frage nach Waffenlieferungen bezeichnete er als wichtig, „aber angesichts der Katastrophe, die sich dort abspielt, ist die humanitäre Hilfe sicher genauso wichtig.“ Deutschland könne neben Hilfslieferungen auch „weitere Flüchtlinge aufnehmen – und sie etwa in früheren Kasernen unterbringen“. In der Bevölkerung sei die Bereitschaft, Christen und Jesiden zu helfen, sehr groß. Kauder kündigte zudem an, Ende der kommenden Woche selbst in den Nordirak zu reisen und sich „ein Bild von der Lage zu machen“. Deutschland müsse sich auf einen langen Konflikt einstellen, der immer wieder neue Entscheidungen erfordern werde, sagte der CDU-Politiker. Bundestag und Bundesregierung sollten darüber im Gespräch bleiben.

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