Kassenvertreter: Krankenhäuser mogeln bei Fallpauschalen-Festlegung

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Berlin – Die Chefin der bayerischen Betriebskrankenkassen, Sigrid König, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Krankenhäuser: Sie glaubt, dass diese bei der Festlegung der Fallpauschalen tricksen. „Wir haben Anhaltspunkte dafür, dass vor allem Krankenhäuser, die hochwertige Leistungen oft und damit preiswerter als andere machen, ihre Daten nicht für die Kalkulation der Fallpauschalen zur Verfügung stellen“, sagte König dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Das Ergebnis seien überhöhte Fallpauschalen „vor allem für Operationen im Bereich Herzerkrankungen und Erkrankungen des Muskel- und Bewegungsapparats.“

Für jede Krankenhausleistung zahlen die Krankenkassen seit zehn Jahren echte Preise statt der bis dahin geltenden Pflegesätze pro Tag. Diese Fallpauschalen werden anhand tatsächlich anfallender Durchschnittskosten festgestellt und fortgeschrieben. Ihre Höhe wird über Stichproben von über 200 Kliniken und deren Kosten ermittelt, schreibt das „Handelsblatt“. Während etwa in Großbritannien die Kliniken verpflichtet seien, ihre Kostendaten für eine faire Preiskalkulation zur Verfügung zu stellen, sei dies in Deutschland freiwillig. Die Folge ist laut Kassenverband, dass nur 13 Prozent der Krankenhäuser an der Stichprobe teilnehmen. Privatkliniken, bekräftigt Wulf-Dietrich Leber, Chef der Krankenhausabteilung beim Spitzenverband der Krankenkassen, seien überhaupt nicht vertreten. Dabei stehen sie in dem Ruf, ihre Leistungen besonders effizient zu erbringen. König fordert daher, im Rahmen der anstehenden Krankenhausreform müsse eine repräsentative Stichprobe gesetzlich vorgeschrieben werden. „Was wir brauchen für eine faire Preiskalkulation, ist ein Pool von Krankenhäusern, der repräsentativ für das ist, was in den Kliniken auf der Leistungsseite passiert.“ Krankenhausexperte Leber erklärte, es wäre schon viel gewonnen, wenn künftig Privatkliniken ihre Daten beisteuern würden.

Über dts Nachrichtenagentur

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