Kassenchef: Haschisch auf Rezept muss die Ausnahme bleiben

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Berlin – Die Ankündigung von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Schwerkranken ab diesem Jahr Haschisch auf Kassen-Kosten zu ermöglichen, sorgt bei den Krankenkassen für Bauchschmerzen. „Wir sehen die Gefahr, dass der Gesetzgeber über das Ziel hinausschießt“, sagte der Vorstandschef der Deutschen BKK, Achim Kolanoski, dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Auf keinen Fall dürfe die Neuregelung dazu führen, „dass einer Legalisierung der Droge durch die Hintertür Vorschub geleistet wird. Es muss gewährleistet bleiben, dass nur schwer- und lebensbedrohlich Erkrankte legal an den Haschisch-Wirkstoff herankommen.“

Derzeit ist nur ein Haschisch-Medikament zugelassen – befristet bis zum 21. Juni 2015. Es darf allerdings nur bei Multipler Sklerose eingesetzt werden. Bei der deutschen BKK wurde das Mittel 2014 bei 73 Patienten eingesetzt. Trotz aller Skepsis ist sich Kolanoski sicher, dass Cannabis andere Schmerzmittel ersetzen kann – insbesondere bei Krebskranken. Er plädiert daher dafür, den gewerblichen Anbau für den medizinischen Bedarf zu erleichtern. „Entscheidend dabei ist, dass die Pflanzen nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezeptes und in Apotheken über die Theke gehen“, sagte Kolanoski.

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