Kartellamt will Warenhausfusion aufwendig prüfen

Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Bei der im Raum stehenden Fusion der beiden Warenhausunternehmen Karstadt und Galeria Kaufhof stellt sich das Bundeskartellamt auf ein „extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren“ ein. Das sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ-Dienstagsausgabe). „Zum einen sind die Wettbewerbsfolgen für die Absatzseite zu untersuchen, zum anderen für die Beschaffungsseite.“

Besonders auf der Beschaffungsseite kommen die beiden Unternehmen nach den bisherigen Erkenntnissen der Wettbewerbsbehörde zum Teil auf sehr hohe Anteile, wie Mundt hervorhebt. Aber auch auf der Absatzseite bestehe sehr großer Prüfaufwand. „Wir müssen uns nicht nur die vielen einzelnen Produktkategorien genau anschauen, sondern auch die Verhältnisse auf den regionalen Märkten. Und es ist nicht nur der stationäre Handel zu betrachten, sondern auch der Onlinehandel.“ Man müsse sich im Hinblick auf das wettbewerbsrechtliche Verhältnis zwischen Online- und stationärem Handel zahlreiche grundsätzliche Fragen stellen, ergänzte er. „Wir hatten bisher noch keinen Fall, in dem wir uns in diesem Umfang mit diesen Fragen auseinandersetzen mussten“, beschreibt Mundt das Pensum. Insofern werde das Kartellamt mit der Fusionsprüfung auch ein bisschen Neuland betreten.

Karstadt, über dts Nachrichtenagentur
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