Karstadt-Chef: "Wir wollen auch mal wieder eine Filiale eröffnen"

Essen (dts Nachrichtenagentur) – Karstadt-Chef Stephan Fanderl zeigt sich nach eineinhalb Jahren der Sanierung des Essener Warenhauskonzerns zuversichtlich: „Wir suchen Wachstum, wollen auch mal wieder eine Filiale eröffnen“, sagte Fanderl im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). „Ein neues Warenhaus hat es in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.“ Details, wo und wann ein neues Karstadt-Haus eröffnen wird, wollte der Manager mit Verweis auf die noch laufenden Mietverhandlungen allerdings nicht nennen.

Weitere Häuserschließungen kommen für Fanderl nicht in Frage. „Jetzt ist die Zeit zu Ende, in der wir über Schließungen nachdenken mussten.“ Seit der Übernahme von Karstadt durch die Signa-Holding des österreichischen Investors René Benko im August 2014 wurden vier Warenhäuser geschlossen, in diesem Jahr schließen zwei weitere. Auch gebe es „keine Pläne für einen weiteren Personalabbau“, versicherte Fanderl. „Unsere Zielstruktur steht.“ Kritik übte der Karstadt-Chef an der Gewerkschaft Verdi. „Wir sprechen seit Jahren mit der Gewerkschaft ohne irgendein greifbares Ergebnis. Im Gegenteil: Wir hören auf unsere Vorschläge immer nur `Nein‘“, sagte Fanderl und stellte klar: „Wir können und werden schlichtweg keine zu teuren Tarifabschlüsse mit der Verdi-Bundestarifkommission vereinbaren, die für Karstadt nicht bezahlbar sind.“ Der Warenhauskonzern war 2013 aus der Tarifbindung ausgestiegen.

Karstadt, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Karstadt, über dts Nachrichtenagentur