IW warnt vor Abkehr vom Konsolidierungskurs

Berlin – Angesichts wachsender Kritik warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Bundesregierung vor einer Abkehr vom Konsolidierungskurs. In einem Gastbeitrag für „Bild“ (Dienstag) erklärte IW-Direktor Michael Hüther, das „Festhalten am Haushalt ohne neue Schulden ist vollkommen richtig“. Deutschland als größtes Land in Europa müsse „einer Vorbildfunktion gerecht“ werden.

Es gehe darum, dass „der Kreislauf des immer weiteren Schuldenmachers endlich durchbrochen wird“, erklärte Hüther. Der IW-Chef warnte vor neuen, kurzfristigen Konjunkturprogrammen. Denn anders als 2009 stehe die Konjunktur nicht vor dem Absturz. In Europa trete die Konjunktur zwar auf der Stelle, in den USA gehe es dafür sogar aufwärts. Hüther betonte jedoch, die Schuldenbremse lasse langfristig Raum für zusätzliche Investitionen beispielsweise in marode Straßen und Brücken. Damit ließen sich schnell Investitionen von Privaten nachziehen, die die „Qualität unserer Standorte für Unternehmen und Arbeitsplätze“ sichern, erklärte der IW-Chef gegenüber „Bild“.

Über dts Nachrichtenagentur

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