IW-Chef Hüther kritisiert Steuerpolitik der Bundesregierung

Köln (dts Nachrichtenagentur) – Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), unterstützt die Kritik von BDI-Präsident Dieter Kempf an der Steuerpolitik der Bundesregierung. Hüther sagte der „Heilbronner Stimme“ (Mittwochsausgabe): „In der Steuerpolitik fehlt dieser Bundesregierung jede Phantasie und jeder Ehrgeiz. Wir brauchen nach einer Dekade eine Antwort auf die veränderte Wettbewerbssituation durch Steuerreformen in anderen Ländern. Allein die komplette Abschaffung des Soli würde hier schon helfen.“

Nachholbedarf sieht Hüther auch bei einem anderen Thema: „Zudem brauchen wir endlich bei der digitalen Infrastruktur einen Schritt nach vorn. Der G5-Standard eröffnet eine Chance, die nun auch beherzt ergriffen werden muss.“ Beim Tag der deutschen Industrie hatte am Dienstag der BDI-Chef in der Steuerpolitik unter anderem Entlastungen für Unternehmen gefordert. In den USA und anderen Ländern seien die Unternehmenssteuern gesenkt worden, die Bundesregierung aber schaue diesem Treiben tatenlos zu. „Das grenzt fast schon an unterlassene Hilfeleistung“, sagte Kempf in Berlin.

Michael Hüther, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Michael Hüther, über dts Nachrichtenagentur