Italiens Finanzminister für mehr Risikofreude bei Europäischer Investitionsbank

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Brüssel – Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates, Pier Carlo Padoan, hat die Europäische Investitionsbank (EIB) aufgefordert, bei ihrer Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen risikofreudiger zu werden. „Ich glaube, dass die EIB etwas mehr Risiken eingehen muss“, sagte Padoan dem „Handelsblatt“ (Freitagmittagausgabe Digitalzeitung). Er deutete an, dass die Förderbank der EU dabei eventuell auch ihre Bestnote Triple A aufs Spiel setzen muss.

„Auf die Bestnote Triple A legen Banker natürlich immer Wert. Doch es stimmt auch, dass man sich Triple A-Investitionen nicht ímmer leisten kann“. Padoan, der zugleich italienischer Finanzminister ist, schloss zudem nicht aus, dass das Kapital der EIB noch einmal erhöht wird. „Wenn wir viele gute Projekte identifizieren, für die wir eine Finanzierung brauchen, könnte die EIB eventuell noch eine Kapitalerhöhung brauchen.“ Die EU-Regierungschefs hatten bereits 2012 eine Kapitalerhöhung um zehn Milliarden Euro bei der EIB beschlossen. Die EU-Finanzminister beraten am Freitag und Samstag in Mailand bei einem informellen Treffen unter italienischer Präsidentschaft darüber, wie die EU ihre Wachstums- und Investitionsschwäche überwinden kann. Die Europäische Investitionsbank soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Rundweg positiv bewertete Padoan das neue Anleihen-Kauf-Programm der Europäischen Zentralbank. „Das Programm kann die Geldpolitik vereinfachen und kleinen und mittleren Unternehmen wieder Zugang zu Krediten verschaffen“, sagte er. Wichtig sei dabei allerdings, dass die EU einen gut funktionierenden, transparenten Markt für Kreditverbriefungen, die sogenannten asset backed securities, schaffe. „Dafür müssen wir die Finanzmarktgesetzgebung an manchen Stellen vereinfachen und an anderen Stellen vielleicht einige neue Regeln einführen“, so Padoan.

Über dts Nachrichtenagentur

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