Israels Präsident: Deutschland ist ein guter Freund

Israelische Fahnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Israelische Fahnen, über dts Nachrichtenagentur

Jerusalem/ Berlin – Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat die positive Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen gewürdigt. „Deutschland ist ein guter Freund“, sagte Rivlin in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ unmittelbar vor seinem Deutschlandbesuch in der kommenden Woche zum 50-jährigen Jubiläum der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen. Mit Deutschland habe sich über all die Jahre ein wirklicher Dialog entwickelt.

Das jüdische Volk habe verstanden, dass sich die Deutschen selber Rechenschaft abgelegt und Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen hätten. „Die Bevölkerung wie auch die politischen Führer waren bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Die Notwendigkeit, Israel als Staat zu schützen, sei Teil des deutschen Selbstverständnisses geworden. Die Tatsache, dass die Bundesregierung sich frei fühle, Israel auch zu kritisieren, zeuge davon, dass sie Israel als Freund betrachte. Rivlin, der zum rechten Parteienbündnis Likud gehört, plädierte auch dafür, mit den Palästinensern über einen Friedensprozess zu sprechen. Die Tragödie, in der Juden und Palästinenser seit 150 Jahren im heiligen Land lebten, müsse beendet werden. „Wir müssen uns zusammen hinsetzen und einen Weg finden, wie wir für die nächsten Jahre zusammenleben können. Beide Seiten müssen Kompromisse schließen.“ Erst wenn beide Seiten begriffen, dass sie zusammen leben müssten, werde es Frieden geben. Das könne in einer Föderation sein. „Ein Staat für zwei Völker, mit zivilen Rechten für beide. Zwei Entitäten Seite an Seite.“ Teile der Völkergemeinschaft glaubten, den Konflikt zwischen Israel und Palästinensern beenden zu können, indem sie eine Zwei-Staaten-Lösung erzwingen wollten. „Aber das würde den Konflikt nur verschärfen“, so Rivlin.

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