Israels früherer Botschafter Primor fürchtet dritte Intifada

Jerusalem – Israels früherer Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hält nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in Israel eine dritte Intifada für wahrscheinlich. „Selbst wenn die Palästinenser zu der Überzeugung kämen, dass eine dritte Intifada nichts bringen würde, kann es sein, dass sie derart verzweifelt sind, dass sie irrational reagieren“, sagte Primor der „Berliner Zeitung“ im Interview. Auch die Experten in Israel gingen von einer dritten Intifada aus, sollte sich nach den Kongresswahlen in den USA im November nichts bewegen, erklärte er.

Primor kritisierte Israelis wie Palästinenser an „echten Verhandlungen nicht interessiert“ zu sein. „Ich glaube, dass es nur die eine Chance gibt: Dass sich die Amerikaner wieder einmischen und diesmal Verhandlungen erzwingen. Das können sie, weil beide Seiten von ihnen abhängig sind“, sagte Primor. Er halte es aber für „unwahrscheinlich, dass die USA sich vor den Kongresswahlen im November in den Konflikt einschalten werden“.

Über dts Nachrichtenagentur

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