IS-Erfolg in Syrien und im Irak hat Kanzleramt überrascht

Berlin – Das Erstarken der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die deutschen Nachrichtendienste überrascht. „Die besondere Rolle, die der IS mittlerweile im Nordirak und in Syrien spielt, war nicht prognostizierbar“, sagte der Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragte für die Nachrichtendienste des Bundes, Klaus-Dieter Fritsche, der „Welt am Sonntag“. Aufgrund der Krisen in der Region sowie in der Ukraine arbeiteten die deutschen Sicherheitsbehörden nach Angaben von Fritsche derzeit „auf Hochtouren“.

Insbesondere die Erkenntnisse der Nachrichtendienste würden an Bedeutung gewinnen. „Ihre Informationen sind eine wichtige Basis für die Entscheidungen der Bundesregierung“, erklärte Fritsche. Den Anstieg der Arbeitsbelastung belege zudem eine Übersicht der Anfragen, die an den Bundesnachrichtendienst (BND) gerichtet wurden. Seit Sommer 2013 hat sich die Zahl der Berichte des Auslandsnachrichtendienstes an das Bundeskanzleramt zum Thema „Ukraine/Russland“ nach Informationen der „Welt am Sonntag“ verdoppelt. Die Menge der Mitteilungen zum Irak stieg innerhalb der vergangenen Wochen um ein Viertel. Mit Blick auf den syrischen Bürgerkrieg liegt die Zahl der Berichte seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau. Die schriftlichen Anfragen aus dem deutschen Bundestag hierzu stiegen im vergangenen Jahr um ein Drittel, die Unterrichtungen von Bundestagsabgeordneten haben sich beinahe verzehnfacht.

Über dts Nachrichtenagentur

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