Irak: "Islamischer Staat" erobert weitere Städte und Staudamm

Bagdad – Die radikal-sunnitische Gruppierung „Islamischer Staat“ hat am Sonntag im Norden des Iraks weitere Geländegewinne erzielt. Der größte Staudamm des Landes und zwei Städte seien an das Kalifat gefallen, berichtet der arabische Nachrichtensender „Al Jazeera“. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt, die kurdischen Milizen, die die Gegend verteidigten, seien kampflos abgezogen.

Nach der Eroberung der Stadt Sinjar seien mehr als 200.000 Menschen auf der Flucht. „Eine humanitäre Tragödie entwickelt sich in Sinjar“, sagte ein UN-Vertreter. Nach der Unterbrechung von Straßenverbindungen zwischen der Türkei und dem freien Südteil des Irak traten erste Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln auf. Nach UN-Angaben seien bislang knapp 80 Prozent der Versorgung der irakischen Hauptstadt über die Türkei geflossen. Mehr als zehn Millionen Iraker seien von Knappheiten und steigenden Preisen betroffen.

Über dts Nachrichtenagentur

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