Illertissen – Schwelbrand im Lagercontainer eines Blockheizkraftwerks

Lkrs. Neu-Ulm/Illertissen + 12.09.2012 + 12-2181

12-09-2012 wis-RUKU-Galerie-015 new-facts-eu

Bei einem Schwelbrand im Lagercontainer eines Blockheizkraftwerks (BHKW) in der Firma RUKU-Manufaktur konnte am Mittwoch, 12.09.2012, gerade noch größerer Schaden verhindert werden. Allerdings hat die Firma nun einen Produktionsausfall zu beklagen, sodass die Schadenshöhe noch nicht genau bestimmbar ist. Um zehn Uhr war die Freiwillige Feuerwehr Illertissen alarmiert worden, weil aus den Lüftungsöffnungen der Anlage Rauch austrat. Das BHKW ist in zwei übereinander aufgebauten gemauerten Containern an der Außenwand der Produktionshalle angebaut; im oberen Behälter sind Holzbriketts gelagert, die aus Sägemehl und Abfallholz gepresst werden. Dieses fällt bei der Herstellung der Holzplatten an, aus denen dann die bekannten Bierzeltmöbel gefertigt werden. Die Holzbriketts werden in die Heizanlage im darunter liegenden Container befördert, von wo aus die gesamten Produktionsanlagen der RUKU-Manufaktur umweltfreundlich und CO2-neutral beheizt werden.

Beim Eintreffen der Feuerwehr Illertissen, die aufgrund der Alarmmeldung einen kompletten Löschzug mit rund dreißig Mann in den Einsatz entsandte, quollen dichte Rauchwolken aus dem oberen Container, und die Stahltüren begannen bereits, sich zu wölben, sodass akute Explosionsgefahr bestand. Sofort wurden die Container von außen mit Löschwasser gekühlt. Zusätzlich wurde die Anlage zunächst über Strahlrohre vom Boden und dann direkt von der Drehleiter aus mit Löschschaum geflutet, um den Schwelbrand zu ersticken. Weil die Holzbriketts sehr eng gepresst gelagert waren und durch das eintretende Wasser auch aufquollen, gelangte der Schaum aber nicht überall hin. So wurde ein Bagger angefordert, mit dessen Hilfe dann das Material herausgeholt, abgelöscht und durch einen Radlader auf einen abgelegenen Lagerplatz verbracht werden konnte. Die gesamten Arbeiten wurden mithilfe von Wärmebildkameras und einem Temperatur-Fernmessgerät überwacht; hierzu war neben der eigenen Illertisser Kamera eine zweite der Werkfeuerwehr BASF im Einsatz. Wie Gotthard Balles, Geschäftsführer der RUKU-Manufaktur, berichtete, konnte so größerer Schaden verhindert werden, weil durch den schnellen und effektiven Einsatz die eigentliche Blockheizkraftwerk-Anlage allem Anschein nach nicht beschädigt wurde. Allerdings musste die Produktion der bekannten Klappmöbel vorläufig stillgelegt werden. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, war bei Einsatzende noch nicht bekannt. Glücklicherweise waren zahlreiche Tischgarnituren, die wie alljährlich in den Bierzelten auf dem Oktoberfest benötigt werden, bereits vor einer Woche nach München ausgeliefert worden, sodass das größte Volksfest der Welt ungestört stattfinden kann. Gegen halb zwei Uhr am frühen Nachmittag war das Ausräumen des Containers so weit beendet, dass die Feuerwehr abrücken und die restlichen Aufräumarbeiten dem Werk überlassen konnte.

 

Foto: Wilhelm Schmid



Anzeige