Holzgünz – Gefahrgutausbildung am Standort

Lkrs. Unterallgäu/Holzgünz + 30.09.2013 + 13-1737

30-09-2013 unterallgau holzgunz gefahrgutausbildung feuerwehr-holzgunz poeppel new-facts-eu20130930 titel

Die Feuerwehr Holzgünz/Schwaighausen hat in den vergangenen Woche das Thema „Unfälle mit gefährlichen Gütern und Stoffen“ in ihren Dienstabenden behandelt. Für die Freiwilligen Feuerwehren ein Thema, das es in sich hat.

Am Montag Abend, 30.09.2013, wurde dann im Rahmen einer praktischen Übung das erlernte Wissen unter Stress und realistischen Bedingungen erprobt. Dabei wurde das Augenmerk der Verantwortlichen auf grundlegende Verhaltensregeln im Gefahrguteinsatz gelegt – Einschätzung und Kennzeichnung des Gefahrenbereiches, Beförderungspapiere, Kennzeichnung der Transportbehälter (Gefahrzettel, Kemler-Zahl, UN-Nummer), Sicherheitsdatenblatt, Personenrettung ohne Eigengefährdung, Dekontamination, Verletztenübergabe.

Angenommen wurde, dass ein Transporter mit zwei IBC, gefüllt mit jeweils 1.000 Liter Ammoniak (UN1005), in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Dabei trat das Produkt aus. Der Fahrer des Lkw und die beiden Insassen des Pkw wurden beim Zusammenprall verletzt. Im Szenario wurden die Verletzten so platziert, dass sie nicht mit dem austretenden Produkt in Berührung gekommen sind und von Einsatzkräften unter schwerem Atemschutz gefahrlos geborgen werden konnten. Die Kennzeichnung der IBC, hier die Gefahrguttafeln, wurden verfälscht. Die Reihenfolge von Kemler-Zahl und UN-Nummer wurde verdreht. Ebenso wurden im Führerhaus des Lkw zwei unterschiedliche Beförderungspapiere deponiert. Von der Übungsleitung wurde dann der Zusammenbruch eines Atemschutzgeräteträgers eingespielt. Dieser musste umgehend von seinen Kollegen aus dem Gefahrenbereich geborgen werden.

Für die ersteintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwehr Holzgünz war diese Übung eine echte Herausforderung. Im Ernstfall würden bei dem Alarmstichwort „Gefahrgutaustritt“ der Gefahrgutzug der Feuerwehr Memmingen und weitere Unterstützungskräfte aus dem Landkreis Unterallgäu mit alarmiert werden. Jedoch wird die Ortsfeuerwehr den Erstangriff durchführen müssen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll hier die Einsatzkräfte durch gezielte Schulungen entsprechend vorzubreiten und zu unterweisen.

An der Übung nahmen auch Kräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Memmingen teil. Diese versorgten die drei verletzten Unfallbeteiligten und den im Einsatz zusammengebrochenen Feuerwehrmann.

 

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