Höxter-Opfer zahlten mehr als 100.000 Euro an Peiniger

Höxter (dts Nachrichtenagentur) – Die Opfer des mutmaßlichen Folterpaars von Höxter wurden offenbar nicht nur schwer misshandelt, sondern auch um große Geldsummen gebracht. Bei ihren Ermittlungen gegen Wilfried W. und Angelika W. stieß die Sonderkommission „Bosseborn“ auf insgesamt über 100.000 Euro, die das Paar seinen Opfern abgenommen haben soll, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frauen von dem Paar unter Druck gesetzt wurden, ihnen das Geld auszuhändigen.

Über Kontaktanzeigen sollen Wilfried W. und Angelika W. Frauen nach Höxter gelockt und dort gequält haben. Das Geld stammt nach derzeitigen Erkenntnissen nicht nur von Opfern, die in Höxter festgehalten wurden, sondern auch von Frauen, die gar nicht dort waren. Bis Donnerstag ermittelte die Polizei acht Geschädigte, sechs von ihnen sollen in Höxter misshandelt worden sein, zwei davon offenbar so schwer, dass sie starben. Zudem entdeckte die Soko etwa 20 Mobiltelefone in dem Haus des Paares im Stadtteil Bosseborn. Einige davon konnten die Ermittler inzwischen den Tätern und mehreren Opfern zuordnen. Vom Handy der in Höxter ums Leben gekommenen Annika W. soll Angelika W. Nachrichten verschickt haben, um deren Verschwinden zu verschleiern.

Polizeiabsperrung, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Polizeiabsperrung, über dts Nachrichtenagentur