Historiker: Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten wenig sinnvoll

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Historiker Wolfgang Benz lehnt den Vorschlag der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, den Besuch von KZ-Gedenkstätten für Deutsche wie für Zuwanderer verpflichtend zu machen, ab. „Das ist keine gute Idee. Wir können uns alle gut vorstellen, wie wenig motiviert so eine Pflichtübung ablaufen kann“, sagte der langjährige Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND).

Benz sieht zudem die Tatsache, dass bald keine Zeitzeugen aus der NS-Zeit mehr leben werden, für die Vermittlung der NS-Geschichte weniger problematisch als andere Experten. „Ich halte die Zeitzeugen in gewisser Weise für unsterblich, da ihre Erinnerungen in Büchern und Audiobotschaften festgehalten sind. Es bedarf nur eines engagierten Lehrers, der diese Dokumente zum Leben erweckt“, sagte der Historiker.

Konzentrationslager Auschwitz, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Konzentrationslager Auschwitz, über dts Nachrichtenagentur