Historiker besorgt über Streit bei Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Historiker und Historikerinnen, Martin Schulze Wessel, hat sich über den jüngsten Streit bei der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ besorgt gezeigt. „Geschichtspolitik hat in der Bundesrepublik Deutschland eine gute Tradition – man denke nur an die Aufarbeitung der DDR-Diktatur, die Dokumentation des Holocausts, die Topographie des Terrors“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstagsausgabe). „In allen Fällen ist die Gewinnung exzellenter, auch ausländischer Fachleute für den Beirat das Erfolgsrezept.“

Auch die Ausstellung von Flucht und Vertreibung sei „eine große geschichtspolitische Herausforderung, die nur gemeistert werden kann, wenn hochqualifizierter fachlicher Rat aus dem In- und Ausland gesucht wird“, fügte er hinzu. „Angesichts dessen ist es zu bedauern, dass die Stiftung eine Reihe international höchst angesehener Beiräte im Zuge des Besetzungsverfahrens der Direktorenstelle verloren hat.“ Mehrere Mitglieder des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung waren zurückgetreten, weil der Düsseldorfer Historiker Winfrid Halder zum neuen Direktor gewählt worden war.