Heidelberger Druckmaschinen schließt weitere Entlassungen nicht aus

Berlin – Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druckmaschinen schließt weitere Entlassungen nicht aus. „Die Zeit der breiten Kapazitätsanpassungen ist vorbei. Personalmaßnahmen kann es aber im Rahmen des Portfoliomanagements in beide Richtungen weiterhin geben“, sagte Vorstandschef Gerold Linzbach der „Welt am Sonntag“.

In der Restrukturierung dürfe der Fokus nie auf den Personalzahlen liegen. Linzbach kündigte an, dass Portfolio des Konzerns „aktiv managen“ und Verlustbringer oder margenschwache Geschäfte aufgeben zu wollen, um das Renditeziel von acht Prozent Ebitda-Marge erreichen zu können. „Das sind dann aber nur noch Einzelprodukte. Ganze Geschäftsfelder werden wir nicht mehr abgeben.“ Zuletzt hatte HeidelDruck bekannt gegeben, sich aus dem Geschäft mit Weiterverarbeitungsmaschinen weitgehend zurückzuziehen. Ein Werk in Leipzig mit 220 Beschäftigten soll deshalb geschlossen werden. Der Widerstand von Belegschaft und Arbeitnehmervertretern ist aus Sicht von Linzbach sinnlos. „Der Umsetzungsprozess läuft. Denn wir reden bei Leipzig nicht über ein Kostenproblem, das mit ein paar Einsparungen gelöst werden kann. Wir produzieren dort Weiterverarbeitungsmaschinen für den Werbedruck, also zum Beispiel Klebebinder und Sammelhefter. In diesem Bereich ist der Markt mittlerweile so stark rückgängig, dass es keinen Sinn mehr macht, dieses Segment zu bedienen.“ Verstärken will sich HeidelDruck indes in margenstarken Geschäften. „Wir wollen in Wachstumsbereichen zulegen, gerne auch über Zukäufe“, sagte Linzbach. „Ich sehe derzeit einige Chancen für uns.“ Im Visier hat Linzbach dabei vor allem zwei Bereiche: zum einen den Digitaldruck und zum anderen das Thema Verbrauchsmaterialien und Service, also zum Beispiel Druckfarbe oder -chemikalien. Geld sei trotz der langjährigen Krise vorhanden, zumal Heideldruck von den Banken nicht mehr als Risiko gesehen werde. „HeidelDruck war lange Zeit im Krisenmodus und hat rote Zahlen geschrieben. Mittlerweile aber ist die erste Phase der notwendigen Restrukturierung abgeschlossen. Wir sind wieder bei der schwarzen Null. Nun kümmern wir uns in Phase zwei um das Portfolio“, sagte Linzbach. „Wenn es eine gute Idee gibt, wird sich immer eine Finanzierung finden.“

Über dts Nachrichtenagentur

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