Hedgefonds TCI will Börsenfusion zwischen Frankfurt und London

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der britische Hedgefonds-Manager Christopher Hohn hat sich für die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der Londoner Börse (LSE) ausgesprochen. „Wir unterstützen sie“, sagte Hohn dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. 2005 hatte Hohn mit seinem Hedgefonds TCI als Aktionär der Deutschen Börse die Übernahme der LSE noch verhindert.

Nun ist TCI an der LSE beteiligt. Hohn begründet seine Unterstützung für die Börsenfusion damit, „dass die Unternehmensführung der neuen Gruppe sich stärker an das angelsächsische Modell anlehnt“. Der Hedgefonds-Manager hatte zuletzt mit scharfer Kritik an der Führung des Volkswagen-Konzerns auf sich aufmerksam gemacht. „Bei VW sehen wir eine extreme Ausprägung der Schwächen des deutschen Modells der Unternehmensführung“, erneuerte Hohn nun seine Kritik. Das Modell der Arbeitnehmermitbestimmung im Aufsichtsrat sei gescheitert. „Es führt dazu, dass Manager mithilfe überzogener Boni motiviert werden, einen Bestandsschutz für Jobs zu geben und zu hohe Löhne zu zahlen.“ Ähnliche Probleme wie bei VW sehe er auch bei anderen deutschen Konzernen, etwa bei der Deutschen Bank. Wenn die Deutschland AG ihre Unternehmensführung nicht modernisiere, werde „noch manch ein deutscher Konzern zum Übernahmekandidaten werden“.

Frankfurter Wertpapierbörse, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frankfurter Wertpapierbörse, über dts Nachrichtenagentur