Gysi setzt auf Wechselstimmung

Gregor Gysi, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Gregor Gysi, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hat die Hoffnung auf einen rot-rot-grünen Machtwechsel 2017 noch nicht aufgegeben. „Das ist nicht wahrscheinlich. Aber vieles ist außen- und innenpolitisch heute nicht mehr so berechenbar wie in Zeiten des Kalten Krieges“, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Man könne nicht mehr einschätzen, was im nächsten und im übernächsten Jahr passiere. Politik müsse sich immer darauf einstellen, dass es einen irrsinnig schnellen Stimmungswechsel geben könne. „Und die SPD beugt nicht mal vor. Sie müsste in Varianten denken. Das fehlt mir.“ Gysi hält aber auch seiner eigenen Partei vor, zu wenig für eine Wechselstimmung im Land zu tun: „Weil wir uns zu viel mit uns selbst beschäftigen und zu wenig damit, an welchen Stellen wir eine Wechselstimmung erzeugen könnten.“ Der Linksfraktionschef forderte die SPD auf, ihren Anspruch auf das Kanzleramt anzumelden und aufrechtzuerhalten. Sie dürfe sich nicht mit der Rolle der Vizekanzlerpartei abfinden. „Eigentlich müsste sie Leidenschaft entwickeln und sagen: Wir wollen mehr. Das strahlt sie aber zur Zeit nicht aus. Wenn sie es ausstrahlte, würden andere Auseinandersetzungen stattfinden.“

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