Günzburg – Spedition arbeitet mit unsauberen Methoden

Lkrs. Günzburg | 01.03.2012 | 12-0502

tachoscheibe1Bereits seit mehreren Monaten ermittelte die Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrspolizeiinspektion Neu-Ulm gegen ein Speditionsunternehmen aus dem südlichen Landkreis Günzburg. Auslöser für die Ermittlungen waren zwei ehemalige Fahrer, welche das Unternehmen zwischenzeitlich verlassen haben. Die Fahrer schilderten von sich aus die illegalen Arbeitsmethoden ihres ehemaligen Arbeitgebers. Aufgrund dieser Aussagen erwirkte die Staatsanwaltschaft Neu-Ulm einen Durchsuchungsbeschluss für den Firmensitz beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichtes Neu-Ulm, welcher Anfang Oktober 2011 durch Polizeibeamte der Verkehrspolizeiinspektion Neu-Ulm mit Unterstützung des Gewerbeaufsichtsamtes Augsburg vollzogen wurde. Im Zuge der zwischenzeitlich abgeschlossen, umfangreichen Auswertungen und Ermittlungen ergab sich der begründete Verdacht, dass die überwiegende Zahl der Fahrer – auf Anordnung und Druck des Unternehmers und der Disponenten – ständig die Vorschriften über die Lenk- und Ruhezeiten missachten mussten, indem sie in fast allen Fällen in den Diagrammscheiben Personen – unter anderem auch der Unternehmer selbst – eingetragen, welche aber tatsächlich nicht gefahren waren. So wurden die tatsächlichen Lenkzeiten zwar erfasst, aber unzulässigerweise auf mehrere Personen verteilt. Gegen den Unternehmer  und die beteiligten Disponenten und Fahrer wurde jeweils ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet. Derzeit wird gegen 23 Personen ermittelt, welchen über 100 Fälle der Urkundenfälschung vorgeworfen werden.

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