Günzburg – Landratsamt erhält ein Blockheizkraftwerk

Lkr. Günzburg | 09.02.2012 | 12-0396

Noch vor dem Reaktorunglück in Fukushima und damit auch vor der Proklamation der Energiewende durch die Bundesregierung hat der Landkreis Günzburg Anfang letzten Jahres beschlossen, ein Blockheizkraftwerk (BHKW) für seine Bestands-Verwaltungsgebäude An der Kapuzinermauer 1 einzubauen. Damit wurde eine der Vorgaben der Bundesregierung bereits vorweg genommen, durch dezentrale Stromerzeugung den Wegfall der Atomkraftwerke zu kompensieren. Die Kreisräte haben mit ihrer Entscheidung zum Einbau der BHKW-Anlage Weitsicht bewiesen und konsequent den Weg weiter beschritten, die kreiseigenen Liegenschaften für die Zukunft fit zu machen und dabei Energie und Haushaltsmittel einzusparen. Das gasbetriebene BHKW mit einer elektrischen Leistung von ca. 50 KW und einer thermischen Leistung von ca. 80 KW kostet ca. 246.000 € und bietet gleich mehrere Vorteile:

• Die Eigenstromerzeugung für die Grundlast spart bei steigenden Stromkosten erhebliche Kosten. Eine Amortisationszeit von ca. fünf Jahren ist angestrebt.

• Bei einem eventuellen Stromausfall, wie in der Vergangenheit gelegentlich passiert, wird das BHKW automatisch im Notstrommodus gefahren und versorgt die wichtigsten Einrichtungen des Amtes mit Strom, wie Katastrophenbereich, EDV- und Serveranlagen. Damit bleibt das Amt auch bei längeren Stromausfällen handlungsfähig, was gerade für die Bewältigung von Großschadensereignissen bzw. Katastrophen eine besondere Bedeutung hat.

• Entlastung der vorhandenen Heizanlagen und damit eine längere Standzeit der Anlagen. Ein Heizkesseltausch wäre in den nächsten Jahren bereits angestanden, diese Investition ist damit nicht mehr nötig.

• Zusätzlich zur BHKW-Anlage wird auch eine Kälteabsorptionsanlage eingebaut. Diese ermöglicht es, die im Sommer nicht benötigte Abwärme der BHKW-Anlage in Kälte umzuwandeln. Damit ist zum einen gewährleistet, dass das BHKW die erforderlichen ca. 6.000 Betriebsstunden im Jahr leistet um wirtschaftlich zu sein. Zum zweiten wird mit dieser Kälte auch das Niedertemperatursystem des Erweiterungsbaus bedient und im Sommer für eine angenehme Temperatur gesorgt.

„Mit der neuen BHKW-Anlage setzt der Landkreis ein weiteres Highlight in der langen Kette von Projekten zur Energieeinsparung bei seinen Liegenschaften und wird seiner Vorbildrolle gerecht“, betonte Landrat Hubert Hafner.

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