Grünen-Politikerin Öztürk verlangt Hilfe für verschleppte Jesidinnen

Berlin – Die Grünen-Politikerin Mürvet Öztürk fordert von der Bundesregierung, sich für die Befreiung verschleppter Jesidinnen in Nordirak einzusetzen. „Ich appelliere an die deutsche Bundesregierung, dass sie das Schicksal der Frauen ganz oben auf die Agenda setzt“, sagte Öztürk der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagsausgabe). Das erwarte sie insbesondere von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die in dieser Woche zu einem Kurzbesuch nach Erbil gereist war.

Die Abgeordnete Mürvet Öztürk sitzt für die Grünen im hessischen Landtag. Sie war in dieser Woche von einer Reise in die nordirakische Kurdenstadt Erbil zurückgekehrt. Dort hatte sie nach ihren Angaben mit regionalen Politikern, Vertretern von nichtstaatlichen Organisationen und auch mit jesidischen Frauen gesprochen, die sich aus der Gefangenschaft der Terrormilizen des sogenannten „Islamischen Staats“ (IS) hatten befreien können. Hilfsorganisationen schätzen die Zahl der verschleppten Frauen jesidischen Glaubens auf 2.000 bis 5.000. Der Westen müsse sich dieses Themas annehmen, forderte Öztürk im Gespräch mit der „Frankfurter Rundschau“. „Wo sind die Frauen? Gibt es geheimdienstliche Erkenntnisse? Wie kann man sie befreien?“, fragte sie. „Es kann ja wohl nicht sein, dass wir hinnehmen, dass sie als sogenannte `Bräute des Islam` verkauft werden“, betonte die Landtagsabgeordnete im FR-Gespräch.

Über dts Nachrichtenagentur

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