Grünen-Politiker Beck kritisiert muslimische Verbände

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Volker Beck hat die muslimischen Verbände und insbesondere die Türkisch-Islamische Union DITIB kritisiert. Sie seien keine allein religiösen Verbände, sondern gewännen ihr jeweiliges Profil aus nationalen und politischen Prägungen, sagte Beck dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagsausgabe). „Das ist unserem Religionsrecht fremd und problematisch unter dem Gesichtspunkt der Integration“, so der Grünen-Politiker.

„Soll etwa die Türkisch-Islamische Union DITIB quasi als Unterbehörde des türkischen Religionsministeriums in Deutschland öffentliches Recht geltend machen und ausüben können? Ich denke, nein. Schließlich ist Türkischsein kein Glaubensbekenntnis.“ Beck forderte, die Verbände müssten sich entscheiden, ob sie echte Religionsgemeinschaften mit gleichen Rechten und Pflichten wie die Kirchen bilden oder „mit ihrer derzeitigen Verbandsstruktur weiterhin ihre für die Religion nicht relevanten Eigenheiten kultivieren“ wollten. „Im Moment werden die Verbände doch mehr von Politik und Sprache geprägt als allein von Religion. Und die unfairen Angriffe der AfD auf die Muslime entbinden uns nicht von der Pflicht, bei den Verbänden genau hinzuschauen.“

Volker Beck, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Volker Beck, über dts Nachrichtenagentur