Grünen-Politiker Beck: Gesellschaft muss Hasspredigern entgegentreten

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Berlin – Der innen- und religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, fordert mehr gesellschaftliches Engagement gegen Hassprediger. „Die Gesellschaft kann die Verteidigung ihrer Werte nicht einfach an die Staatsanwaltschaft delegieren. Nur weil es möglicherweise keine rechtliche Handhabe gibt, heißt das noch lange nicht, dass die demokratische Gesellschaft die Äußerungen hinnehmen darf. Sie muss ihnen entgegentreten“, sagte Beck der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“.

Doch „wenn wir alles unter Strafe stellen, was wir nicht akzeptieren, dann wäre es mit der Freiheit nicht mehr weit her“, so der Grünen-Politiker weiter. Beck äußerte sich auch zum Fall des Imams, der kürzlich in einer Berliner Moschee sexuelle Gewalt gegen Frauen rechtfertigte. „Aus der Predigt des Imams spricht in der Tat eine abgrundtiefe Frauenverachtung, die ganz bewusst Hass gegen Frauen als eine Bevölkerungsgruppe schürt“, sagte der Grünen-Politiker. Die konkreten Äußerungen könne man durchaus als Hasspredigt bezeichnen. Der Kölner Bundestagsabgeordnete kritisierte auch die Entscheidung des Festkomitees Kölner Karneval, einen Wagen mit „Charlie Hebdo“-Motiv vom Rosenmontagszug zurückzuziehen. „Ich finde die Entscheidung des Festkomitees falsch. Meine Reaktion wird deshalb sein, dass ich beim Rosenmontagszug als Karikaturist gehe.“

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