Grünen-Politiker: Andere "abkanzeln" nicht Aufgabe einer Vorsitzenden

Berlin – Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im hessischen Landtag, Mathias Wagner, hat die Bundesvorsitzende Simone Peter scharf kritisiert: Er sehe es „nicht als die Aufgabe einer Vorsitzenden an, andere abzukanzeln“, sagte Wagner im Gespräch mit der F.A.Z. (Freitagsausgabe). „Das bringt uns nicht weiter.“ Peter hatte sich zuvor abfällig über Wagners Antrag zum Bundesparteitag der Grünen im November geäußert.

In dem Papier, das nicht nur von hessischen Grünen unterstützt wird, bemängelt Wagner etwa, dass es einigen Grünen schwer falle, „aus dem Kampfmodus gegen die Gesellschaft herauszukommen“. Gerade vor der Bundestagswahl hätten die Grünen „vor lauter Detailverliebtheit teilweise Antworten auf Probleme gegeben, die noch kaum jemand als solche wahrgenommen hatte“. Im F.A.Z.-Gespräch fügte Wagner hinzu, man sei mit der falschen Haltung in die Bundestagswahl gegangen: „manchmal als neunmalkluge Streber von der ersten Bank, die eher belehren und bekehren als überzeugen und gewinnen wollen“. Wagner verlangte, die Partei müsse die inhaltlichen Voraussetzungen dafür schaffen, um im Bund mit der SPD wie auch mit der CDU koalieren zu können. Die „im Bund herrschende Angst, sich positiv auf Schwarz-Grün in Hessen zu beziehen“, bezeichnete er als „unberechtigt“.

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige