Grüne und DGB suchen Schulterschluss

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Grüne und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gehen einen Schritt aufeinander zu. „Wir haben viele gemeinsame Interessen“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). „Durch die Digitalisierung kommen auf die Wirtschaft Veränderungen zu, die bei vielen Menschen Angst auslöse“, so Hofreiter weiter.

Auch die ökologische Krise zwinge zu Veränderungen, denn es gehe um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. „Egal ob in Braunkohleregionen oder in der Autoindustrie: Wir wollen, dass die Menschen auch weiterhin einer guten Beschäftigung nachgehen können“, so der Grünen-Fraktionschef. Die Gewerkschaften hätten immer zu allen demokratischen Parteien gute Beziehungen unterhalten, bei allem Streit in der Sache, sagte der DGB-Chef Reiner Hoffmann. „Heute haben wir ein Vielparteiensystem, das früher so nicht vorstellbar war. Darauf müssen wir uns einstellen“, so der DGB-Vorsitzende zu seinen Gesprächen mit den Grünen. Hoffmann lobte insbesondere die Grünen-Forderung nach einem Abbau der Hartz-IV-Sanktionen. „Robert Habeck hat eine wichtige Debatte angestoßen. Wir brauchen keine Vergangenheitsbewältigung“, so Hoffmann. In der Autoindustrie seien die Gewerkschaften und die Betriebsräte weiter als die Manager. „Sie wollen Investitionen, damit es auch künftig noch Arbeitsplätze gibt. Die Betriebsräte von VW haben schon vor drei Jahren Druck gemacht, dass der Konzern in die Elektromobilität einsteigt“, sagte Hofreiter. „In der Kohle-Politik haben wir Streit. Aber der dreht sich darum, wie schnell wir aus der Kohle aussteigen – nicht darüber, ob wir den Menschen in den betroffenen Regionen helfen“, so der Grünen-Politiker weiter. Der DGB-Vorsitzende sagte, auch Arbeitnehmer seien Bürger, die eine gesunde Umwelt wollten. „Wir werden aber keinen Kohleausstieg zulasten der Beschäftigten mitmachen, bei dem eine Perspektive für die Menschen nicht gesichert ist“, so Hoffmann.

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Foto: DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur