Gouverneur von Donezk will Russland und EU zu Rundem Tisch einladen

Kiew (dts Nachrichtenagentur) – Der Gouverneur der ostukrainischen Region Donezk, Sergej Taruta, will Vertreter Russlands und der Europäischen Union zum zweiten „Runden Tisch der nationalen Einheit“ einladen. Der erste Runde Tisch fand am Mittwoch in Kiew statt. Die nächste Gesprächsrunde solle – voraussichtlich am Wochenende – in Donezk stattfinden, sagte Taruta der „Welt“.

„Wir sind der Meinung, dass alle Parteien, die das Abkommen mit Janukowitsch im Februar unterschrieben haben, eingeladen werden müssen“, sagte Taruta der „Welt“. „Wir laden Fraktionsvorsitzende von ukrainischen Parteien, Vertreter von Russland und westlichen Ländern, die das Abkommen unterschrieben haben, ein.“ Die Vereinbarung zwischen dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und der damaligen Opposition wurde von Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikowski sowie einem Vertreter Frankreichs unterzeichnet. Russlands Vertreter Wladimir Lukin nahm an den Verhandlungen teil, hat das Abkommen aber nicht unterschrieben. „Der Westen kann bei der Stabilisierung der Situation eine große Rolle spielen“, sagte Taruta. „Auch Russland muss sich bemühen, die Situation zu stabilisieren.“ Er will zu den nächsten Gesprächen auch Vertreter von prorussischen Separatisten einladen. „Wir planen auch, Menschen einzuladen, die von Protestlern gewählt sind, die ihre Meinung vertreten und das Umsetzen von getroffenen Vereinbarungen garantieren können.“ Allerdings sollten bewaffnete prorussische Milizen nicht an den Gesprächen teilnehmen, betonte Taruta: „Mit bewaffneten Menschen führen wir keine Verhandlungen.“

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