Gorbatschow: Welt steht an der Schwelle zu neuem Kalten Krieg

Berlin – Die Welt steht nach Ansicht des früheren sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow angesichts des Konflikts in der Ukraine an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. „Manche sagen, er hat schon begonnen“, sagte Gorbatschow am Samstag bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin. Der Friedensnobelpreisträger machte den Westen für die jüngsten Spannungen verantwortlich: Versprechen, die nach der Wende im Jahr 1989 gemacht wurden, seien nicht eingehalten worden, russische Interessen seien ignoriert worden.

Sollte sich die Konfrontation fortsetzen, werde es zu einer Schwächung Europas kommen, so Gorbatschow. Der ehemalige sowjetische Präsident warnte auch vor einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen Berlin und Moskau. Ohne russisch-deutsche Partnerschaft könne es keine Sicherheit für Europa geben. Die Erfahrung der 1980er Jahre habe jedoch gezeigt, dass auch scheinbar aussichtslose Konflikte gelöst werden könnten, wenn es den entsprechenden politischen Willen gebe, so Gorbatschow weiter.

Über dts Nachrichtenagentur

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