Geständnis im Vietnam-Entführungsprozess

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Prozess gegen einen Mann, der an der Entführung des vietnamesischen Asylbewerbers Trinh Xuan Thanh beteiligt gewesen sein soll, steht vor dem Abschluss. Das berichtet die „taz“ (Mittwochausgabe). Wie das Blatt weiter ausführt, legte der Angeklagte Long N.H. am Dienstag vor dem Berliner Kammergericht ein Geständnis ab.

Er gab zu, drei Autos angemietet zu haben, die bei der Entführung eingesetzt wurden. Er sei bereits zuvor in den Tatplan eingeweiht gewesen. Damit machte N.H. den Weg frei für einen so genannten Deal, der den Prozess abkürzt und ihm eine mildere Strafe bringt: Er soll zwischen dreieinhalb und fünf Jahre ins Gefängnis. Die Entführung des ehemaligen Politfunktionärs Trinh Xuan Thanh und seiner Geliebten am 23. Juli 2017 in Berlin hatte die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam erschüttert. Das Entführungsopfer wurde in der Zwischenzeit in Vietnam zu zweimal lebenslänglich verurteilt und sitzt in Hanoi im Gefängnis. Der Generalbundesanwalt ermittelt weiter gegen mindestens vier weitere mutmaßliche Tatbeteiligte, darunter seit Kurzem auch gegen einen 56-Jährige Imbissbetreiber aus Berlin, der auffällig häufig mit mehreren Entführern telefoniert haben soll.

Botschaft Vietnams, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Botschaft Vietnams, über dts Nachrichtenagentur