Germanwings-Absturz: Nur ein Pilot soll im Cockpit gewesen sein

Schalter zum Öffnen der Cockpit-Tür in einem Airbus, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Schalter zum Öffnen der Cockpit-Tür in einem Airbus, über dts Nachrichtenagentur

Paris – In den letzten Minuten vor dem Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich soll lediglich einer der beiden Piloten im Cockpit gewesen sein. Aus Aufzeichnungen des Stimmenrekorders gehe hervor, dass einer der Piloten das Cockpit noch vor dem Sinkflug des Germanwings-Airbus verlassen habe, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf einen Ermittler. Der Pilot habe demnach wenig später versucht, in das Cockpit zurückzukehren, wurde aber nicht hereingelassen.

Die Lufthansa bestätigte die Berichte zunächst nicht: „Wir haben die Berichte zur Kenntnis genommen. Uns liegen jedoch keine Informationen der Behörden vor“, sagte ein Sprecher gegenüber der „Welt“. Dem Bericht der „New York Times“ zufolge soll auf dem Stimmenrekorder ein „sehr entspanntes“ Gespräch der Piloten zu hören sein. Wenig später höre es sich so an, als verlasse einer der beiden das Cockpit und könne im Anschluss nicht wieder eintreten: „Der Mann klopft leise an die Cockpit-Tür, bekommt aber keine Antwort“, zitiert die Zeitung den Ermittler. „Dann klopft er stärker an die Tür, keine Antwort. Es gibt nie eine Antwort. Dann ist zu hören, wie er versucht, die Tür einzutreten.“ Ob der Pilot oder der Co-Pilot zum Zeitpunkt des Absturzes noch im Cockpit saß, geht aus den Berichten nicht hervor. Das Flugzeug des Typs Airbus A320 war am Dienstagvormittag aus noch ungeklärter Ursache mit 150 Menschen an Bord im französischen Département Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt. Laut Germanwings waren 72 Bundesbürger unter den Passagieren.

Über dts Nachrichtenagentur