Georgien fordert vor Nato-Treffen Mitgliedschaft in der Allianz

NATO-Außenminister, über dts Nachrichtenagentur
Foto: NATO-Außenminister, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Unmittelbar vor Beginn eines Treffens der Nato-Außenminister in Brüssel am Dienstag und Mittwoch hat Georgiens Verteidigungsminister Irakli Alasania das Bündnis aufgefordert, den Weg für eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes frei zu machen. Alasania sagte der „Welt“: „Wir verstehen, dass die Mitgliedschaft in der Nato viel harte Arbeit erfordert. Aber wir setzen darauf, dass die Nato unsere Reformen und unseren Beitrag bei Operationen der Allianz anerkennt. Ich bin sicher, dass wir uns jetzt für die nächste logische Stufe im Beitrittsprozess, den Nato-Aktionsplan zur Mitgliedschaft (Membership Action Plan), qualifizieren werden.“

Alasania sagte weiter, für ihn seien aber nicht Worte sondern Taten entscheidend: „Wir wünschen uns, dass die Nato sich in Georgien militärisch stärker zeigt, mehr Übungen mit uns durchführt und uns hilft, unsere Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen.“ Als zuständiger Verteidigungsminister sehe er derzeit nicht die Gefahr eines russischen Angriffs auf Georgien. „Aber viele Menschen in Georgien sind sehr besorgt über die russische Aggression.“ Alasania begründete die Forderung nach einem Beitritt seines Landes mit den erheblichen Anstrengungen Georgiens in der Vergangenheit: „Uns haben die Nato-Minister gesagt, dass Georgien sogar mehr Reformen durchführt und sich stärker an dem Einsatz in Afghanistan beteiligt als einige Länder, die bereits Mitglieder der Nato sind. Wir wollen uns auch nach 2014 an der neuen Trainingsmission `Resolute Support` in Afghanistan mit 700 Soldaten beteiligen.“ Zugleich machte der Minister deutlich, dass sich eine Mitgliedschaft in der Nato und in der Europäischen Union positiv auf sein Land auswirken würde: „Die EU und die Nato können dabei helfen, unser politisches System, aber auch unsere Sicherheits- und Verteidigungspolitik, zu transformieren. Wir können ein Rollenmodell für andere Länder in der Region sein, indem wir demokratische Reformen in andere postsowjetische Staaten exportieren.“

Über dts Nachrichtenagentur

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