Geheimdienst-Experte: NSA-Spionage-Aktionen sind "reine Routine"

Anti-NSA-Aufkleber, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Anti-NSA-Aufkleber, über dts Nachrichtenagentur

Wien – Der ehemalige österreichische Inlandsgeheimdienst-Chef Gert-René Polli hat die Bemühungen der Bundesregierung und des Unter­suchungs­ausschusses, die BND-NSA-Affäre aufzuklären, als „politischen Aktionismus“ bezeichnet. Die Annahme, dass der BND womöglich die NSA beim Ausspionieren öster­reichischer Behörden unterstützt habe, sei für die Fachwelt „überhaupt keine Überraschung“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die derzeit scharf kritisierten Spionage-Aktionen der NSA nannte Polli „reine Routine“.

Jeder Spezialist wisse von diesen Geheimdienst-Operationen, so der Ex-Leiter des Wiener Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. In nahezu jeder europäischen Hauptstadt arbeiteten die Amerikaner mit einheimischen Nachrichtendiensten zusammen. In Deutschland gelinge es zumindest ansatzweise, die NSA zu kontrollieren. Kleinere Länder seien dazu aufgrund fehlender technischer Mittel nicht in der Lage.

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