Gaza-Konflikt: Rund 1.500 Todesopfer im Juli – Waffenruhe gebrochen

Israelischer Panzer im Gaza-Konflikt 2014, Israel Defense Forces, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
Foto: Israelischer Panzer im Gaza-Konflikt 2014, Israel Defense Forces, Lizenztext: dts-news.de/cc-by

Tel Aviv/Gaza-Stadt – Der jüngste Ausbruch der Gewalt im Nahost-Konflikt nimmt kein Ende: Insgesamt starben im Juli im und um den Gaza-Streifen rund 1.500 Menschen durch Kampfhandlungen, der überwiegende Teil davon Palästinenser, eine für Freitagmorgen vereinbarte dreitägige Waffenruhe zwischen Israel und Hamas wurde offenbar von Anfang an missachtet. Auf Seiten der Palästinenser gab es nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza zwischen dem 6. und 31. Juli insgesamt 1.418 Todesopfer zu beklagen, darunter 868 Männer, 166 Frauen und 324 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sowie 60 Personen über 60 Jahren. 8.265 Menschen seien verletzt worden.

Der blutigste Tag war demnach der 26. Juli mit 170 Todesopfern im Gaza-Streifen innerhalb von 24 Stunden. Die palästinensische Menschenrechtsorganisation PCHR veröffentlichte ähnliche Zahlen und sprach davon, dass etwa 85 Prozent der getöteten Palästinenser Zivilisten seien. Auf Seiten der israelischen Streitkräfte kamen nach offiziellen Angaben seit Beginn der Operation zudem 61 IDF-Soldaten ums Leben, außerdem wurden zwei israelische Zivilisten und ein thailändischer Gastarbeiter durch Raketenbeschuss aus Gaza getötet. Die israelischen Streitkräfte hatten noch am frühen Freitagmorgen angekündigt, um 8 Uhr Ortszeit wie vereinbart das Feuer einzustellen, trotzdem soll es nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums Beschuss durch israelische Panzergranaten gegeben haben, dabei seien in Rafah im Süden des Gazastreifens mindestens vier weitere Palästinenser getötet worden. Die israelische Regierung warf der Hamas ihrerseits einen Bruch der Vereinbarung vor. Die Waffenruhe hätte am Freitagmorgen um 8:00 Uhr Ortszeit (7:00 Uhr deutscher Zeit) beginnen sollen. Sowohl Israel als auch Palästinenser wollten dem Vernehmen nach in Ägyptens Hauptstadt Kairo weiter verhandeln – was aus diesem Vorhaben wird, war zunächst unklar.

Über dts Nachrichtenagentur

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