Gauck warnt vor wachsendem Antisemitismus in Europa

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Foto: Mann mit „Anti-Israel-Mundschutz“ (Demonstration), über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich besorgt über den wachsenden Antisemitismus in Europa. „Die antisemitischen Ressentiments und antijüdischen Aggressionen in Teilen Europas bereiten mir natürlich sehr große Sorge. Auch in Deutschland haben wir bei Demonstrationen im letzten Jahr einen teils als Kritik an Israel verbrämten, teils offenen Antisemitismus erlebt: Neben einem `traditionellen` Antisemitismus sehen wir uns verstärkt mit Antisemitismus aus Zuwandererfamilien konfrontiert“, sagte Gauck in einem Interview mit „Bild“ und der israelischen Zeitung „Yedioth Ahronoth“ (Dienstag).

Der Bundespräsident appellierte an die Bürger, Antisemitismus offen entgegenzutreten. „Hier ist ein jeder von uns in jedem Moment gefordert, deutlich zu sagen: Wir wollen keinen Antisemitismus und wir dulden ihn in Deutschland nicht.“ Der Bundespräsident betonte, die Erinnerung an die Schoah dürfe „niemals verblassen“. Zugleich würdigte er die Beziehungen Deutschlands zu Israel, die „enger denn je“ seien. Der Bundespräsident sagte „Bild“ und „Yedioth Ahronoth“, er wünsche den Menschen in Israel, „dass ihr Land künftig sicher und in Frieden mit seinen Nachbarn leben kann. Dazu gehört für mich auch, einen friedlichen Weg für das Zusammenleben mit den Palästinensern zu finden. Grundlage dafür ist eine Zwei-Staaten-Lösung, davon bin ich überzeugt. Für unsere beiden Länder, für Deutschland und Israel, wünsche ich mir, dass wir das zwischen uns Gewachsene in die Zukunft tragen.“

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