Gabriels Schuldzuweisungen an Thüringer SPD lösen Unmut aus

Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – SPD-Chef Sigmar Gabriel hat mit seinen Schuldzuweisungen an die Thüringer SPD Unmut unter seinen Parteifreunden ausgelöst. In der Sitzung des SPD-Präsidiums am Montagvormittag kritisierten laut eines Berichts der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagsausgabe) mehrere Teilnehmer den Vorsitzenden in dessen Abwesenheit für seine Äußerungen am Wahlabend. Er hatte die Ursachen für die Wahlniederlage der Thüringer SPD klar im Land verortet und unter anderem innerparteilichen Streit im Landesverband sowie „Unklarheiten, wie eine Regierungsbildung aussehen sollte“ genannt.

In der Sitzung des Präsidiums sei der brandenburgische Wahlsieger und Ministerpräsident Dietmar Woidke darauf eingegangen, schreibt die SZ weiter: Das sei unsolidarisch gewesen, das könne man so nicht machen, habe er nach Angaben von Teilnehmern gesagt. Ähnlich klar habe sich vor Woidke bereits der bisherige Thüringer SPD-Landeschef Christoph Matschie in der Sitzung eingelassen. Gabriel aber sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht anwesend gewesen. Im Anschluss an die Sitzung hätten Matschie und Woidke jedoch das direkte Gespräch mit dem Parteivorsitzenden gesucht. Zum Unmut an der Parteispitze dürften laut SZ auch Berichte beigetragen haben, wonach Gabriel den Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein aufgefordert habe, den Vorsitz der Thüringer SPD zu übernehmen. Gabriel ließ die Berichte als „Blödsinn“ dementieren. Öffentlich wandte sich Gabriel am Montag gegen Vermutungen, er wolle die Koalitionsbildung in Thüringen oder Brandenburg beeinflussen: „Es wird von uns überhaupt keine Einflussnahme geben“, sagte er. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke bedankte sich ausdrücklich bei ihm für den Wahlkampf: Man habe „teilweise sogar Rückenwind“ von der Bundesebene bekommen.

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