Gabriel wollte in seiner Jugend aus SPD austreten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel wollte offenbar als junger Mann im Jahr 1981 seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten beenden. Wutentbrannt seien er und seine politischen Freunde bei einer Mitgliederversammlung der SPD im heimatlichen Goslar aufgetreten und hätten während der Sitzung ihre Parteibücher zurück gegeben, wird Gabriel in einer Biografie über den SPD-Chef zitiert, die in der kommenden Woche erscheint und aus der die „Welt am Sonntag“ Auszüge veröffentlicht. Gabriel kritisierte damals die örtliche SPD-Führung wegen der Räumung eines besetzten Hauses in Goslar, schreiben die Journalisten Christoph Hickmann und Daniel Friedrich Sturm in ihrem Buch.

Allein das Agieren eines besonnenen Genossen habe damals dazu geführt, dass sein Parteiaustritt nicht rechtswirksam geworden sei, sagte Gabriel den Buchautoren. Dieser habe die im Zorn weggeworfenen Parteibücher an sich genommen, bei sich aufbewahrt und nie an die Geschäftsstelle weitergegeben, wird Gabriel weiter zitiert. Als der parteiinterne Streit über die Räumung des besetzten Hauses durchgestanden war, sei der erfahrene Genosse mit den Parteibüchern erschienen und habe Gabriel und seinen Mitstreitern vorgeschlagen: „Jetzt könnt ihr ja auch wieder eintreten.“ So sei es dann geschehen. Gabriel war damals Anfang 20 – der SPD beigetreten war er im Juli 1977.

Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur