Gabriel will Rücklagen der Energiekonzerne für Atom-Rückbau prüfen

Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angekündigt, die Rückstellungen der Energieversorger für den Abriss der Atomkraftwerke zu überprüfen. „Erstens will ich wissen, ob die bislang gebildeten Rückstellungen ausreichen, um den Rückbau der Kernkraftwerke und Atommüll-Endlagerung in Deutschland zu finanzieren“, sagte Gabriel dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Zweitens muss geprüft werden, ob die Rücklagen sicher sind und wir im Bedarfsfall darauf zugreifen können.“

Die Kraftwerksbetreiber hatten im Mai einen staatlichen Fonds ins Spiel gebracht, der die Abwicklung der Atomkraftwerke übernehmen solle. Anders als damals signalisiert Gabriel jetzt Gesprächsbereitschaft. „Die Bundesregierung muss klären, wie sie mit dem Vorschlag der Kernkraftbetreiber umgeht, einen Fonds für den Rückbau der Atomkraftwerke zu bilden“, sagte der Minister dem Magazin. „Ich war als Umweltminister lange für Reaktorsicherheit zuständig“, so Gabriel. „Deshalb weiß ich, dass der Staat bei diesem Thema ein gewichtiges Wort mitzureden hat und leider auch immer mit in der Verantwortung steht, wenn etwas schief geht.“

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige