Gabriel: Parteizugehörigkeit des nächsten Bundespräsidenten "egal"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der Einschätzung von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann widersprochen, der nächste Bundespräsident könne kein Unionspolitiker sein. „Die Zugehörigkeit zu einer Partei darf kein Ausschlusskriterium sein“, sagte der Vizekanzler den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. Oppermann hatte zuvor in Berlin gesagt: „Die Union hat klar gemacht, dass es kein Sozialdemokrat werden soll. Dann wird es nach Lage der Dinge auch kein Christdemokrat.“

Gabriel betonte, die Parteizugehörigkeit sei ihm „egal“. Zuallererst komme es auf die Persönlichkeit an. Der SPD-Chef widersprach der Einschätzung, die Präsidentenwahl im Februar sei ein Signal für die Bundestagswahl im Herbst des kommenden Jahres: „Ich weiß nicht, woher das kommt. Ich finde, dass die beiden Dinge völlig unabhängig voneinander sind.“ Gabriel hält es auch nicht für zwingend, dass eine Frau die Nachfolge von Joachim Gauck antritt. Auf die Frage, welche Kriterien das nächste Staatsoberhaupt erfüllen müsse, sagte der Parteichef: „Er oder sie muss die Liberalität und Weltoffenheit dieses Landes repräsentieren, muss sich darum bemühen, das ganze Land mitzunehmen und nicht nur Teile davon. Er oder sie muss die Herausforderungen von morgen kennen und dem Land dazu etwas zu sagen haben. Und er oder sie muss Optimist sein.“ Gauck habe die Zuversicht ausgestrahlt, dass Deutschland stark genug sei, um die Herausforderungen zu meistern. Das habe ihm gut gefallen, sagte Gabriel.

Deutschland-Fahne, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Deutschland-Fahne, über dts Nachrichtenagentur