Füssen – 560 Dienstposten fallen der Bundeswehrreform zum Opfer

Landratsamt Ostallgäu | 25.10.2011 |

Der Bundesverteidigungsminister hat heute die beschlossenen Veränderungen zur Umstrukturierung der Bundeswehr bekanntgegeben. Danach wird der Standort Füssen, der seit über 50 Jahren besteht, von 1.650 auf 1.090 Dienstposten reduziert. Landrat Johann Fleschhut kommentiert die Auswirkungen: „Dies ist ein Rückschlag in der Aufwärtsentwicklung eines traditionellen, leistungsfähigen und auch erfahrenen Bundeswehrstandortes, der sich insbesondere durch erfolgreiche Auslandseinsätze bei KFOR und ISAF positiv den modernen Anforderungen der heutigen Bundeswehr gestellt hat.“ Positiv sei aber der „funktionsfähige Erhalt“ der beiden Bataillone und der Sanitätseinheit, so Fleschhut

Die Reduzierung des Standortes bedeutet auch eine erhebliche Einschränkung der Kaufkraft und der Wertschöpfung in und um Füssen. Die Waren- und Dienstleistungen, die durch den Standort wert-schöpfend in Anspruch genommen wurden, haben maßgeblichen Einfluss auf positive wirtschaftliche Effekte. Die Reduzierung der Dienstposten und Arbeitsplätze wird sich auch auf die Einwohner negativ auswirken. Nach einem erfreulichen Aufwärtstrend nach der letzten Bundeswehrreform durch den Zuwachs des Standortes müssen nun in Kindertagesstätten und Schulen wiederum Rückgänge verkraftet werden. Dies beeinträchtigt gerade die Stadt Füssen, die als Wirtschaftsstandort noch zu geringen Besatz und damit Einnahmen aufweist.

Insgesamt positiv zu beurteilen ist die Tatsache, dass der Standort funktionsfähig erhalten bleibt. Beim Vergleich mit den anderen Allgäuer Standorten Sonthofen, Kempten oder Kaufbeuren ist die Größenordnung und v.a. der Erhalt der beiden Bataillone und des Sanitätsbereichs noch hinnehmbar. Es handelt sich weiter um einen sehr attraktiven Standort für die Soldatinnen und Soldaten, aufgrund einer starken Investitionsentwicklung in den letzten Jahren. Diese hat zu modernen und leistungsfähigen Einrichtungen in der Kaserne geführt, die nun weitergenutzt werden können. Ebenfalls positive Standortkriterien sind der Truppenübungsplatz mit einer modernen Schießanlage.

Für die zukünftige Freiwilligenarmee ist der Standort Füssen einer der attraktivsten in Deutschland auch aufgrund der Wohn- und Lebensqualität. Auch nach Ende der Dienstzeit gibt es für die Soldatinnen und Soldaten ein anziehendes Lebensumfeld mit der Möglichkeit, in qualifizierte Arbeitsplätze der Region Allgäu einzutreten.

Landrat Johann Fleschhut zu den weiteren Schritten: „Mit Vertretern der Wirtschaft muss nun darüber gesprochen werden, wie evtl. ausscheidende Soldatinnen und Soldaten in der Region verbleiben können und von der Wirtschaft aufgenommen werden. Auch ist mit dem Freistaat und mit dem Bund darüber zu sprechen, wie evtl. Ausgleichsmaßnahmen für die Reduzierung des Standortes in Betracht gezogen werden können.“ Als unverständlich und durch nichts begründet bezeichnet Landrat und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Allgäu GmbH Johann Fleschhut die besondere Betroffenheit des Allgäus insgesamt.

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