Frühere Integrationsbeauftragte Özoguz verlangt Aufwertung des Amts

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die frühere Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), fordert anlässlich seines 40-jährigen Bestehens mehr Kompetenzen für dieses Amt. „Nach 40 Jahren und angesichts der aktuellen Weltlage braucht es endlich eine deutliche Aufwertung der Position der Integrationsbeauftragten mit gesetzgeberischer Handlungskompetenz – am besten wäre ein eigenes Ministerium“, sagte die SPD-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben). Özoguz, die von 2013 bis März 2018 Integrationsbeauftragte der Bundesregierung war, misst dem Amt hohe gesellschaftliche Bedeutung bei.

„Die Integrationsbeauftragten haben die Funktion, im Wortsinn integrierend zu wirken: Sie müssen emotionale Debatten versachlichen und Vorurteile korrigieren“, sagte Özoguz. „Dafür braucht man aber auch ein ziemlich dickes Fell“, so die Bundestagsabgeordnete aus Hamburg, die sich während ihrer Amtszeit wiederholt scharfer Kritik und auch Anfeindungen von rechts ausgesetzt sah. Özoguz zufolge gehöre es seit jeher zu den Aufgaben einer Integrationsbeauftragten, den mitunter diskriminierenden Charakter öffentlicher Debatten offenzulegen. So hätten sie „sowohl den politisch Handelnden als auch der Gesellschaft immer auch einen Spiegel vorgehalten, wie und auf wessen Kosten Debatten zu Integration und Migration bei uns geführt werden“, sagte Özoguz dem RND. Vor 40 Jahren wurde das Amt der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration geschaffen. Am Mittwoch findet dazu in Berlin eine Festveranstaltung statt, an der neben der amtierenden Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz (CDU) auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt.

Aydan Özoğuz, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Aydan Özoğuz, über dts Nachrichtenagentur