FDP will Zentralabitur und Tablet für jeden Schüler

Berlin – Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will den Ländern einen großen Teil der Bildungspolitik wegnehmen. Die Modernisierung der Bildungspolitik müsse „ein Projekt des Gesamtstaats“ sein, sagte Lindner der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). Die FDP sei zwar lange „der Lordsiegelbewahrer des Bildungsföderalismus“ gewesen.

„Aber Bremen steht nicht im Wettbewerb mit Bayern, sondern Deutschland im Wettbewerb mit Nordamerika und China“, sagte Lindner. Er halte ein bundesweites Zentralabitur für sinnvoll, außerdem müssten Schulen vernetzt sein und es ein „Tablet für jeden Schüler“ geben. Das erlaube neuen Unterricht und hochindividuelle Förderung. Lindner will die FDP in den kommenden Jahren grundsätzlich neu ausrichten und dabei auch darauf achten, mit welchem Thema die Partei wann an die Öffentlichkeit geht. Freien Demokraten müsse es um „den Einzelnen“ gehen, und um dessen Recht, „glücklich zu werden“. Dafür müsse der Staat ihn stark machen. „Deshalb unser Einsatz für die weltbeste Bildung“, sagte Lindner, „bei diesem Thema beginnen wir heute unsere liberale Erzählung. Und nicht beim Steuerrecht.“ Zu Griechenland sagte der FDP-Vorsitzende, vor ein paar Jahren wäre „ein chaotischer Grexit die größte Gefahr“ gewesen, heute wäre es „ein Verbleiben im Euro unter den falschen Bedingungen“. Deshalb erwarte er, dass die Bundesregierung „ihr lähmendes Denkverbot überwindet und einen Plan B entwickelt. Ein drittes Hilfspaket im Sommer ist nicht alternativlos.“

Über dts Nachrichtenagentur